Jahresthema 2017: Ackern für die Enkel – auf dem Weg zu einer nachhaltigen Landwirtschaft

„Ackern für die Enkel – auf dem Weg zu einer nachhaltigen Landwirtschaft“ nennt sich das diesjährige vom Umweltministerium geförderte Jahresthema der LBV Umweltstation am Rothsee. Für dieses Projekt haben sich Lena Buckreus und das Rothseeteam so Einiges einfallen lassen. Der Landesbund für Vogelschutz will eine nachhaltige Agrarpolitik. Ziel ist eine abwechslungsreiche bayerische Kulturlandschaft. Wofür? Als Erholungsraum für uns Menschen und als Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen. Nicht nur Flächenerträge, auch andere Leistungen der Landwirtschaft brauchen wieder einen Wert: Biologische Vielfalt, sauberes Wasser, gesunder Boden. In diesem Jahr macht es sich die Umweltstation zur Aufgabe, aufzuklären, aufzuzeigen und vor allem selbst aktiv zu werden für eine nachhaltigere Landwirtschaft. Dies geschieht zum einen mit einem abwechslungsreichen Wochenend- und Ferienprogramm für Kinder und Familien, z.B. zum Thema „Ich wollt` ich wäre ein Huhn“ am 8.4.2017 oder zum „Leben auf dem Bauernhof – Ausflug zum Biobauern nach Offenbau“ am 11.4.2017.

 

Außerdem gibt es eine Reihe von Angeboten speziell für Erwachsene. Gestartet wird mit einem Vortrag zum Thema Solidarische Landwirtschaft. Am 16.2.2017 um 19 Uhr stellt der Biohof Dollinger sich und die Idee von Solidarischer Landwirtschaft in der Umweltstation Rothsee vor. Die Veranstaltung ist kostenfrei, Spenden sind erwünscht. Eine weitere Aktion für Erwachsene ist das traditionelle Handwerken mit Filz. Referentin Anita Gerstner wird mit den Teilnehmern am 18.3.2017 von 14-17 Uhr dekorative Sitzauflagen herstellen. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um zeitnahe Anmeldung. Informationen zu vielen weiteren Veranstaltungen z.B. eine Führung zum Waldkauz, Vogelstimmenexkursionen, ein Klimafrühstück und einem Kinoabend mit dem Film „10 Milliarden - wie werden wir alle satt?…“ können der Homepage www.rothsee.lbv.de und dem Flyer entnommen werden. Auch Menschen mit Handicap sind zu den Veranstaltungen herzlich eingeladen. Darüber hinaus gibt es zwei regelmäßig stattfindende Abendgruppen für Erwachsene mit Handicap, die sich in diesem Jahr ebenfalls mit dem Thema Landwirtschaft beschäftigen.

 

Das Kernstück des Projektes ist ein Jugendseminar, welches zum ersten Mal angeboten wird. Jugendliche, als Entscheidungsträger der Zukunft, haben die Möglichkeiten an einer kostenlosen Seminarreihe teilzunehmen. Die Einheiten finden an 6-8 Terminen zum einen an der Umweltstation, zum anderen auf dem Bauernhof in Offenbau von April bis Oktober Freitag nachmittags oder samstags statt. Inhaltlich beschäftigt sich das Seminar mit den Fragen: Wie funktioniert Landwirtschaft? Was bringt Bio? Wie können wir Artenvielfalt erhalten? In der Praxis warten deshalb auf die Teilnehmer zahlreiche Aktionen: Maschinen – und Tierkunde stehen ebenso auf dem Programm wie das Säen und Ernten von Feldfrüchten, der Produktion und Vermarktung eigener Erzeugnisse auf dem Markt und einer Präsentation der Seminarerfahrungen an unserem großen Abschlussfest. Start des Jugendseminares ist am 7.4.2017 um 16 Uhr an der LBV Umweltstation Rothsee. Teilnehmen können Mädels und Jungs ab 11 Jahren. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung erforderlich.

 

Das Thema Landwirtschaft zieht sich durch alle Dimensionen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Der ökologischer Aspekt wird beispielsweise bei den Programmen zum Thema Boden aufgegriffen: gesunder Boden, gesundes Essen, Artenvielfalt erhalten und spielt auch beim Thema: Monokultur vs. Fruchtfolge eine wichtige Rolle. Der ökonomischer Aspekt zeigt sich unter anderem im Überleben der Landwirte. Was passiert wenn Billigpreise für Fleisch und Milch die Löhne zerstören. Gibt es  Auswege aus diesem Kreislauf, wie ein Beispiel aus dem Biohof zeigt: hier kostet jedes Ei 35 Cent, obwohl die Eier unterschiedliche Größen haben, weil sie von verschiedenen Hühnerrassen sind (Artenvielfalt bleibt erhalten, Preis wird auf Kunden alle umgelegt). Auch der sozialer Aspekt einer Bildung für nachhaltige Entwicklung kann im Projekt „Ackern für die Enkel“ gut verdeutlicht werden. Wie steht es zum Beispiel um Fairtrade im globalen Kontext oder Sojaimporte und Milchexporte  und ihre Folgen?!Der kulturelle Aspekt zeigt sich durch Landwirtschaft im Wandel. Auch die Erhaltung alter Nutzpflanzen als kulturelles Gut stärkt diesen Aspekt. 

 

In unserem Projekt wird durch gemeinsames Erleben das Miteinander unter Menschen gestärkt und der Austausch über Milieus und Altersstufen hinweg gefördert. Auch können die Teilnehmer ihre individuellen Stärken und Fähigkeiten in das Projekt einbringen und so maßgeblich zum Erfolg des Projekts beitragen.

 

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und die Möglichkeit zur Anmeldung unter 09174/9773773 oder per mail: umweltstation-rothsee@lbv.de

LBV QUICKNAVIGATION